Das ist eine neue Studie über die Diskriminierung schwuler und bisexuelle Männer, die im Juni erschienen ist. Ein kleines Detail bei der Definition von Diskriminierung bzw. Akzeptanz möchte ich herausgreifen. Diese unten definierte Akzeptanz wünsche ich mir von der Schwulenbewegung auch. Auch die Linke Seite der Schwulenbewegung würde sich über die hier definierte Akzeptanz freuen. 

Übrigens: Haben sie die subtile Verschiebung bemerkt? Von der Toleranz spricht hier niemand mehr. Es geht nur noch um Akzeptanz.

Gewalt innerhalb der Schwulenszene wird nicht thematisiert. Die Diskriminierung z.B. von Cross-Dressing (Transvestismus) wird ebenfalls nicht erwähnt. Ebenfalls der Ausschluss der linken Schwulenszene (siehe das Buch von Eike Stedefeldt, Schwule Macht). 

Der Verdacht liegt darum nahe, dass diese Studie nicht objektiv der Gewalt- und Diskriminierungserfahrung auf den Grund gehen soll, sondern als ein politisches Instrument gebraucht werden will. Das wertet all diejenigen ab, die wirklich Gewalt erleben und die dringend Unterstützung brauchen. 

„Unter Diskriminierung wird ein Verhalten verstanden, das dadurch gekennzeichnet ist, dass einzelnen Individuen oder Gruppen Gleichbehandlung versagt wird (z.B. Simon, 2004). Diese Ungleichbehandlung basiert dabei auf einer Unterscheidung, die zwischen Personen oder Gruppen anhand bestimmter Merkmale wie beispielsweise der sexuellen Orientierung ge- troffen wird. Außerdem beinhaltet der Begriff Diskriminierung typischerweise eine negative Bewertung der „anderen“ Personen oder Gruppen mit der Folge ihrer nachteiligen Behand- lung (z.B. European Union Agency for Fundamental Rights, 2009; Major & O’Brien, 2005; Meyer, 2003).

Akzeptanz bedeutet hingegen Gleichbehandlung trotz wahrgenommener Unterschiedlichkeit und impliziert eine der Bewertung der eigenen Person oder Gruppe ähnlich positive Bewertung der „anderen“ Personen oder Gruppen (z.B. Mummendey, Kessler & Otten, 2009).“

aus:

lange Version, 109 Seiten

Kurzversion, 9 Seiten

 

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