FEBRUAR 12, 2015

Vor einiger Zeit haben wir Gutmenschen wie folgt definiert:

darwin-greatGutmenschen sind Indivdiuen, die ein Überzeugungssystem haben, auf dem sie den Glauben an bestimmte Dinge gründen, z.B. an einen Gott, an den Teufel “Kapitalismus”, an die Benachteiligung von Frauen, an die Überlegenheit der arischen Rasse oder an die Bedeutung ungeborenen Lebens. Von diesem Überzeugungssystem aus – und das ist das entscheidende Kriterium für Gutmenschen – marschieren sie, um andere zu ihrem Heil zu bekehren. Das Kriterium, das den Gutmenschen ausmacht, ist somit sein missionarischer Eifer, der sich wiederum aus der eingebildeten Überlegenheit des eigenen Überzeugungssystems speist.

Dieser Definition fügen wir heute die Spezifizierung des opportunistischen Gutmenschen hinzu.

Der opportunistische Gutmensch ist ein a-moralischer Lobbyist, der ständig auf der Suche nach gesellschaftlichen Gruppen ist, auf deren Rücken er sich ein Auskommen dadurch verschaffen kann, dass er deren angebliche Benachteiligung oder besondere Schutzbedürftigkeit für sich ausnutzt.

Eine besonders erfolgreiche Gruppe opportunistischer Gutmenschen findet sich auf dem Feld der sexuellen Orientierung. Dass dem so ist, hat seine Ursache vermutlich in einer verklemmten Sexualität bei opportunistischen Gutmenschen, die ihre sexuelle Befreiung darin suchen, dass sie anderen, die sie als unterdrückt oder schutzbedürftig etikettieren, eben diese verschaffen wollen. Diese Interpretation liegt nahe, denn es gibt eine Vielzahl gesellschaftlicher Gruppen, denen sich opportunistische Gutmenschen widmen könnten. Dass sie sich mit Vorliebe Gruppen zuwenden, die sie über Sexualität definieren, ist daher vielsagend.

Echte EinfaltDie benannte erfolgreiche Gruppe opportunistischer Gutmenschen, die als a-moralische Lobbyisten unterwegs sind, um einer bestimmten Gruppe Vorteile zu verschaffen, ist die Gruppe der LSBTI-Lobbyisten (lesbische, schwule, bisexuelle, transsexuelle und intersexuelle). Sie hat es nicht nur geschafft, eine gesellschaftliche Gruppe, die kaum über das, was man früher Randständigkeit genannt hat, hinauskommt (Ausnahme vielleicht Bisexuelle), zum Mittelpunkt der Aufmerksamkeit von politischen Akteuren zu machen. Sie hat es auch geschafft, die LSBTI-Ideologie als Gleichheit verpackt und als Sonderbehandlung in Schulbüchern und somit bereits in Grundschulen zu verankern.

Man stelle sich vor, eine Gruppe von Lobbyisten, die ein Bewusstsein für die Bedeutung eines freien Welthandels für den gesellschaftlichen Wohlstand wecken will, würde versuchen, entsprechende Inhalte in Schulbüchern zu platzieren, nicht nur die GEW-Funktionäre würden mit hochrotem Kopf hektische Interviews gegenüber entrüsteten und agitierten öffentlich-rechtlichen Journalisten geben.

Dass dem so ist, liegt daran, dass es opportunistische Gutmensch in der Regel schaffen, sich als moralischer Entrepreneur zu inszenieren und den Eindruck zu vermitteln, sie würden einen Feldzug für das Gute führen. Das tun sie aber nicht. Im Gegenteil, sie sind a-moralische Lobbyisten, die den eigenen Vorteil auf Kosten der Mehrheit der Bevölkerung und nicht zuletzt der Gruppe, der zu helfen sie vorgeben, suchen.

Dass dem so ist, kann man am Beispiel einer Kleinen Anfrag der Fraktion von Bündnis90/Die Grünen deutlich machen.

Die Abgeordneten der Fraktion, allen voran Volker Beck aus Köln, sorgen sich um LSBTIs, also um Menschen die sich abweichend von der heterosexuellen Mehrheit definieren. Diese, so befürchten die Abgeordneten der grünen Fraktion, seien eine besonders schutzbedürftige Bevölkerungsgruppe. Dies habe, so das Verdikt der grünen Fraktion, das aus einer tiefen hermeneutischen Erkenntnis gespeist sein muss, “der Hohe Flüchtlingskommissar der Vereinten Nationen (UNHCR) erkannt“.

Gruene BT 3868Die besonders schutzbedürftigen LSBTIs finden sich unter den Millionen Flüchtlingen, die weltweit vor kriegerischen Auseinandersetzungen in Nachbarländer fliehen, z.B. im Bereich der großen Seen in Afrika, also im Bereich von Kenia, Uganda, Burundi, Ruanda usw. Hier, so scheint man bei UNHCR und der Fraktion aus 1990 gebündelten Grünen zu wissen, gibt es ganz viele lesbische, schwule, transsexuelle, bisexuelle und intersexuelle Flüchtlinge, die des besonderen Schutzes des Hohen Flüchtlingskommissars und der grünen Fraktion bedürfen.

Deshalb, so schwebt den Grünen vor, sollten unter den 500 Flüchtlingen, die Deutschland jedes Jahr als Kontingentflüchtlinge aus sicheren Drittstaaten übernimmt, vornehmlich um Länder wie Pakistan oder Uganda, die sich mit Millionen Flüchtlingen konfrontiert sehen, zu entlasten, vor allem LSBTIs aufgenommen werden. Denn die entsprechenden Flüchtlinge seinen besonders schutzbedürftig.

Wir wollen an dieser Stelle nicht darauf eingehen, dass es keinerlei Informationen dazu gibt, wie viele LSBTIs unter den Flüchtlingen z.B. in Burundi oder Uganda sind. Denn: Die Forderung der Grünen wie des Hohen Flüchtlingskommissars wird nicht deshalb erhoben, um den entsprechenden LSBTIs zu helfen, sofern es sie gibt, sie wird erhoben, um ein Thema in der Öffentlichkeit warm zu halten, eine Interventionsnotwendigkeit zu konstruieren, die man für sich, die eigenen Zwecke, den eigenen Vorteil und die eigene Inszenierung als Gutmensch in der Öffentlichkeit nutzen kann. Und weil dem so ist, sind die entsprechenden Gutmenschen, opportunistische Gutmenschen und a-moralische Lobbyisten.

Aber nicht nur deshalb, denn: Die bevorzugte Behandlung vielleicht vorhandener LSBTIs hat zwei Konsequenzen:

  • UNHCRSie schafft unterschiedliche Wertigkeiten unter Flüchtlingen, weist LSBTIs aufgrund ihrer Sonderbehandlung einen höheren Wert zu als anderen Flüchtlingen. Bringt man dies in den Kontext einer Flucht, dann bedeutet es, dass Flüchtlinge, die von sich behaupten, LSBTIs zu sein, eine höhere Überlebenswahrscheinlichkeit haben als andere Flüchtlinge, nicht weil sie wertvoller wären, sondern weil ihnen von opportunistischen Gutmenschen eine höherer Wert zugeschrieben wird.
  • Nun sind die meisten Menschen im Gegensatz zu vielen opportunistischen Gutmenschen nicht dumm. Deshalb wird es sich unter Flüchtlingen herumsprechen, dass man dann, wenn man behauptet, LSBTI zu sein, bessere Chancen hat, z.B. als Kontingentflüchtling nach Deutschland zu kommen. Folglich wird sich die Anzahl von LSBTIs unter Flüchtlingen sprunghaft erhöhen, was die opportunistischen Gutmenschen, die ihre eigen Dummheit so gerne anderen zuschreiben, als Erfolg feiern werden und als Beleg dafür, dass die Einführung einer unterschiedlichen Wertigkeit unter Flüchtlingen richtig war.

Die Differenzierung von Menschen in mehr- und minderwertige, wie sie von opportunistischen Gutmenschen vorgenommen wird, ist das eigentliche Problem, die eigentliche Katastrophe für eine Menschheit, die von sich behauptet, sie sei mit einem Verstand und vor allem mit Moral ausgerüstet, denn die Unterteilung von Menschen in Gruppen, die mehr und minderen Wert haben, ist die Grundlage aller faschistischen und totalitären Systeme seit jeher gewesen, wie u.a. die Grünen, wenn sie im Geschichtsunterricht aufgepasst haben, eigentlich wissen sollten.

 

Unser Verständnis von Opportunismus folgt dem von Oliver Williamson: „By opportunism I mean self-interest seeking with guile. This includes but is scarcely limited to more blatant forms, such as lying, stealing, and cheating. Opportunism more often involves more subtle forms of deceit“ (Williamson, 1985: 47).

Opportunismus ist entsprechend der Versuch mit Arglist den eigenen Vorteil zu verfolgen. Dies umfasst eklatante Formen wie u.a. Lügen, Stehlen und Betrügen und subtile Formen der Täuschung.

Williamson, Oliver E. (1985). The Economic Institutions of Capitalism. New York: Free Press.

aus: http://sciencefiles.org/2015/02/12/die-menschenverachtende-hilfe-opportunistischer-gutmenschen/

©ScienceFiles, 2015

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