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Heute habe ich erneut einen Slogan der Befürworter: Ja, ich will! Ich musste über diesen Slogan schmunzeln. Ziemlich fake, diese Aussage. Wenn ich faktengerecht auch wirklich nachrechne, komme ich gerade auf einen gegenteiligen Schluss: Nein, ich will nicht!

Ich nehme die Zahlen von 2016, also 11 Jahre nach Einführung des Partnerschaftsgesetzes. Hier ist anzunehmen, dass es am Anfang rein statisch einen “Boom” nachzuholen gab. Der sich inzwischen statistisch ausnivelliert hat.

2016 zählte die Schweiz 8’420’000 Einwohner. Ich rechne mit 2% gleichgeschlechtlich Betroffenen. Diese Zahl ist nicht beliebig. Die Zahl bezieht sich auf eine Forschungsarbeit des Williams Institute der UCLA. Ich könnte wohl gegen 20 Arbeiten aufzählen. Alle mit ähnlich tiefem Ergebnis. So kämen statistisch 168’000 Betroffene für diese Ehe für alle infrage. Maximal 84’000 Paare. Natürlich wissen wir nicht, ab welchem Alter dieses Statistik zählt (sind z.B. Jugendliche unter 18 Jahren mit eingerechnet).

2016, so schrieb der Blick gross, gab es 8008 (16016 Einzelpersonen) gleichgeschlechtliche Paare, die vor dem Gesetz verpartnert waren. Das heisst: 0.1902% der Gesamtbevölkerung haben das in Anspruch genommen. Das sind gerade mal knapp 10% aller Betroffenen. Wer rechnet muss also zum gegenteiligen Ergebnis kommen: Nein, eigentlich interessiert’s nicht marginal. Darum “Nein, ich will nicht!” wäre dieser Statistik folgend treffender.

Aber der Vernunft folgen wir hier wohl kaum. Und die Presse ist völlig eingenommen von der Lobby. Dieser Debattenraum ist längst geschlossen. Die Befürworter der Ehe für Mann und Frau und dem Recht der Kinder auf die das Wissen ihrer biologischen Abstammung von Vater und Mutter hätten viele sehr gute Argumente.

Wenn wir schon dabei sind, können wir noch etwas weiter rechnen. In der Schweiz sind 22,5% reformiert. Auf 16016 Personen bezogen, die sich verpartnert haben, sind das 3603 Einzelpersonen bzw. rund 1802 Paare – in der ganzen Schweiz. Seit 2005 alle mit eingerechnet. Muss ich in jeder Diskussion immer sagen, weil die Leute über diese Zahlen verunsichert sind. Weil es unglaublich wenige sind. Und da haben sie ja recht. Diese 1802 Paare stellen 0,04279% der Bevölkerung dar, die nun in der reformierten Kirche den Segen/Trauung einfordern könnten.

Wir wissen es längst: Nicht alle, die reformiert sind, stellen an ihre Kirche Forderungen oder sind überhaupt aktiv in der Kirche. Viele sprechen von Karteileichen. So habe ich auch hier weiter gedacht. Wenn von diesen 1802 Paaren 10% (ich meine, das ist sehr hoch gerechnet) kirchenpolitische Forderung nach Segnung/Trauung stellen, dann sind das 360 Betroffene bzw. 180 Paare. Seit (statistisch gesehen) 2005 und in der ganzen Schweiz. Das wiederum, sind 0,004276% der Gesamtbevölkerung.

Wissen Sie, was mich ärgert? Wir wissen von diesen über 90% der Betroffenen weder ihre Fragen, Nöte, Sorgen und Forderungen, weil sie nicht vorkommen dürfen. Alle die, die sich auch innerhalb der Schwulenbewegung gegen diese Gesetzt geäussert haben, wurden – so krass muss man es unterdessen wohl sagen – mundtot gemacht. Aufzuhälen wären da: Das Wissenschaftlich humanitäre Komitee = whk (Eika Stedefeldt), Ilona Bubeck (Hrsg.), Unser Stück vom Kuchen? Zehn Positionen gegen die Homo-Ehe, Quer-Verlag, 2000 usw.

Aus dieser Logik mein Satz: Wer sich über die Schwulenbewegung einsetzen will, indem er sich für Ehe für alle einsetzt, setzt sich gerade NICHT für die Schwulenbewegung ein. Und meine Hauptfrage lautet: Löst die Ehe für alle, die Hauptprobleme, die Sorgen und Nöte der Betroffenen?

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