Nicht-Heterosexuelle sind eine schutzbedürftige Lebensform – oder?

Jedenfalls gewinnt man diesen Eindruck, wenn man Erzeugnisse der vermeintlichen Zivilgesellschaft und des angeblichen Qualitätsjournalismus zur Kenntnis nimmt:

Lesbische und schwule Jugendliche haben eine vier- bis siebenmal höhere Suizidrate.

Junge Schwule sind häufiger suizidgefährdet [als?].

Hohes Suizidrisiko bei jungen Homosexuellen.

Selbstmordgefahr [!sic] bei Homosexuellen viel häufiger [als?]

Risikofaktor für Suizid: Homosexualität.

Homo- und Bisexuelle sind besonders suizidgefährdet.

Die Regierung will trotz erhöhter Suizidrate schwule und lesbische Jugendliche nicht extra unterstützen.

Frage der Bundestagsfraktion der Grünen: “Welche Erkenntnisse hat die Bundesregierung über Ausmaß und Erscheinungsformen gesellschaftlicher Diskriminierungen, mit denen lesbische und schwule Jugendliche konfrontiert sind, sowie über die Auswirkungen von Diskriminierung auf die Lebenssituation der Jugendlichen?”

Antwort der Bundesregierung: “Lesbische und schwule Jugendliche erleben gesellschaftliche Diskriminierung zum einen in Form von verbaler und psychischer Gewalt. […] In dieser Studie gaben mehr als zwei Drittel der befragten schwulen jungen Männer im Alter von 15 bis 25 an, dass sie wegen ihres Schwulseins mit größeren Belastungen fertig werden müssten als gleichaltrige heterosexuelle männliche Jugendliche. […] In der Mehrzahl der bisher veröffentlichten Befunde zur psychosozialen Situation schwuler und lesbischer Jugendlicher wird zudem eine hohe Suizid(Versuchs)rate ausgewiesen. […] Damit ist das Suizidrisiko bei gleichgeschlechtlich orientierten Jugendlichen viermal höher als bei Jugendlichen mit heterosexueller Orientierung.”

Daran anknüpfende Frage der Bundestagsfraktion Die LInke: “Welche Maßnahmen hat die Bundesregierung eingeleitet, um das von ihr konstatierte vierfach höhere Selbstmordrisiko bei lesbischen und schwulen Jugendlichen zu minimieren (Bundestagsdrucksache 16/4818, S. 87)?”

Antwort der Bundesregierung: “Die Minimierung des Selbstmordrisikos bei lesbischen und schwulen Jugendlichen in Deutschland kann gelingen, wenn alle gesellschaftlichen Kräfte in ihren jeweiligen Zuständigkeitsbereichen am Abbau bestehender Benachteiligungen arbeiten, mit Nachdruck gegen Diskriminierung eintreten und sich aktiv für eine Kultur der Vielfalt und die Entwicklung von ‘Diversity-Strategien’ einsetzen”.

Es gilt als sicher: Homosexuelle sind eine zu schützende Lebensform. Sie sind Diskriminierung ausgesetzt, leiden unter Diskriminierung, leiden so sehr, dass sie sich das Leben nehmen, und zwar häufiger als Nicht-Homosexuelle. Die Links, die zu Beginn dieses Beitrags gesammelt sind, verweisen auf entsprechende Beiträge, in denen die vermeintlich sichere Erkenntnis, nach der Homosexuelle sich häufiger das Leben nehmen als Nicht-Homosexuelle, und zwar deshalb, weil sie diskriminiert werden, verbreitet wird.

Der in der Folge dargestellte Dialog zwischen Regierung und Grüner Opposition zeigt, wozu die Inszenierung der besonderen Gefährdung Homosexueller, deren gesellschaftlicher Diskriminierung und im Ergebnis deren hoher Suizidrate notwendig ist. Sie dient dazu, den Einsatz finanzieller Mittel zum Aufbau einer Schutz-Infrastruktur, die exklusiv der Gruppe der Nicht-Heterosexuellen gewidmet ist, zu legitimieren.

Aber ist es wirklich so, dass Nicht-Heterosexuelle diskriminiert werden, dass sie ein höheres Selbstmordrisiko haben als Heterosexuelle?

Dr. habil. Heike Diefenbach hat die Forschungsliteratur zu diesem Thema aufgearbeitet, die wissenschaftlichen Befunde zusammengetragen und ein Gutachten zur gesellschaftlichen Situation von Nicht-Heterosexuellen erstellt, das die Inszenierung ihrer besonderen Schutzwürdigkeit als ebensolche bloßstellt, denn:

  • Es gibt keine wissenschaftlichen Belege dafür, dass Stigmatisierung und Diskriminierung von Nicht-Heterosexuellen in nennenswertem Ausmaß besteht,
  • Es gibt keine wissenschaftilchen Belege dafür, dass Gefühle der Stigmatisierung und Diskriminierung mit Bezug auf psychische Erkrankungen oder Probleme Nicht-Heterosexueller eine nennenswerte Rolle spielen,
  • Es gibt keine wissenschaftlichen Belege dafür, dass Nicht-Heterosexuelle im Vergleich mit Heterosexuellen ein erhöhtes Suizidrisiko haben.

Wir freuen uns, das entsprechende Gutachten als Band 3 der Blauen Reihe von ScienceFiles veröffentlichen zu können. Es kann kostenlos (bzw. bitte in Verbindung mit einer kleinen Spende an das Tierheim Arzberg) heruntergeladen werden.

Nach dem Lesen des Gutachtens von Dr. habil. Heike Diefenbach sollte auch dem Letzten klargeworden sein, dass alles Reden über die angeblichen Diskriminierungserfahrungen von Nicht-Heterosexuellen, die ein hohes Suizidrisiko und mehr Selbstmorde als bei Heterosexuellen zur Folge haben, eine reine Inszenierung ist, mit der Steuergelder losgeeist werden sollen. Und mit welchen Taschenspielertricks die Bundesregierung in ihrer Antwort auf die Anfrage der Grünen Bundestagsfraktion arbeitet, wird bei der Gelegenheit auch gleich aufgeklärt.

Wir wünschen allen Lesern viel Spaß beim Lesen dieses informativen und umfassenden Gutachtens von Dr. habil. Heike Diefenbach:

Bildschirmfoto 2015-09-29 um 08.56.07Diese 40-Seitige Arbeit kann kostenlos (Spende) vom untenstehenden Link downgeloadet werden.

aus: http://sciencefiles.org/2015/09/27/homosexualitaet-diskriminierung-selbstmord-die-inszenierung-eines-zusammenhangs/

Kommentar: Richtig heftig wird diese Inszenierung, wenn man bedenkt, wie hoch die Gewalt innerhalb schwuler oder lesbischer Beziehungen sind. Diese Gewalt darf ja in der ganzen Diskussion nicht ausgeklammert bleiben. Wurde diese Gewalterfahrung in den Suizid-Statistiken diskutiert und berücksichtigt?

„Gemäss der Studie haben 34 % der Männer in den letzten fünf Jahren psychische Gewalt durch einen Intimpartner erlebt, 22 % körperliche Gewalt und sowie 5,1% sexualisierte Gewalt.“

aus: Gewalt in Paarbeziehungen – Ursachen und in der Schweiz getroffene Massnahmen, Theres Egger: Büro für arbeits- und sozialpolitische Studien BASS, Bern Marianne Schär Moser: Forschung und Beratung, Bern

„In 25% bis 33% kommt es in gleichgeschlechtlichen Partnerschaften zu ‚gewalttätigem und/oder missbräuchlichem Verhalten’“.

aus: www.taeterinnen.org/de/05.html

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