Die Wahrscheinlichkeit in einem Sportverein sexuellen Übergriffen ausgesetzt zu sein, ist hoch. Eine Studie der Sporthochschule in Köln zeigt auf (1800 Kaderathleten wurden zur sexualisierten Gewalt im Wettkampf- und Leistungssport befragt), dass ⅓ der Kinder und Jugendliche sexuelle Übergriffe erleben mussten.

Zusammenfassung der Hauptbefunde aus dieser Studie:

  • „Etwa ein Drittel aller befragten Kadersportler/-innen hat schon einmal eine Form von sexualisierter Gewalt im Sport erfahren.
  • Eine/-r von neun befragten Kadersportler/-innen hat schwere und/oder länger andauernde sexualisierte Gewalt im Sport erfahren.
  • Sexualisierte Gewalt ist im Bereich des organisierten Leistungs- und Wettkampfsports genauso präsent wie in der Allgemeinbevölkerung.
  • Sexualisierte Gewalt tritt in der Regel nicht isoliert auf, sondern gemeinsam mit anderen Gewaltformen (wie körperliche und emotionale Gewalt).
  • Athletinnen sind signifikant häufger von sexualisierter Gewalt betroffen als Athleten.
  • Die Mehrheit der betroffenen Athlet/-innen ist bei der ersten Erfahrung sexualisierter Gewalt unter 18 Jahre alt.
  • Kadersportler/-innen mit Migrationshintergrund oder Behinderung sind nicht häufiger von sexualisierter Gewalt betroffen als Kadersportler/-innen ohne Migrationshintergrund oder Behinderung.
  • In Vereinen mit einer klar kommunizierten „Kultur des Hinsehens und der Beteiligung“ ist das Risiko für alle Formen sexualisierter Gewalt signifikant geringer.
  • Sexualisierte Gewalt im Sport wird sowohl durch Erwachsene als auch durch Jugendliche ausgeübt. Sexualisierte Gewalt unter Gleichaltrigen im Sport tritt dabei insbesondere in Form von sexualisierter Gewalt ohne Körperkontakt auf.“

In Brasilien – so wurde mir berichtet – ist es so, das Eltern ihre Kinder z.T. nicht mehr in einem Fussballverein trainieren  lassen. Dort wird Fussball mit Missbrauch schon fast gleichgesetzt. Vor allem, wenn Kinder weiter kommen wollen.

Prävention und erhöhte Achtsamkeit sind angesagt! Erstelle für deine Jugendarbeit ein konkretes Kinderschutzkonzept! Auch zu deiner Absicherung.


Sexueller Missbrauch
Nur Broschüren
Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) plant bislang nicht, Nationalspieler als Botschafter gegen sexuelle Gewalt einzusetzen. Der Unabhängige Beauftragte der Bundesregierung für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs, Johannes-Wilhelm Rörig, hatte dies vor sechs Wochen vorgeschlagen, um „das Tabu zu brechen und Betroffene zum Sprechen zu ermutigen“ (SPIEGEL 2/2017). Junge Menschen sind im Sport aufgrund der Körperlichkeit und dem Machtgefälle gegenüber Trainern und Betreuern besonders gefährdet, Opfer sexuellen Missbrauchs zu werden: Laut einer Studie der Sporthochschule Köln hat ein Drittel von rund 1800 befragten Athleten schon einmal Übergriffe erlebt. Der DFB erklärt seine abwartende Haltung damit, dass Rörigs Idee „noch nicht als konkreter
Wunsch an uns herangetragen“ wurde, so Sprecher Jens Grittner. Der Fußball-Bund habe aber eine Informationsbroschüre erstellt, die auch online abrufbar sei. 9000 Exemplare wurden demnach verschickt. Allerdings gibt es 25000 Fußballvereine in Deutschland. Voraussetzung für den Einsatz prominenter Persönlichkeiten sollte „eine dahinterliegende Kampagne sein“, sagt Grittner. Selbst planen will der DFB diese offenbar nicht, man sei aber bereit, sich an einer solchen Diskussion zu beteiligen. Cordula Lasner-Tietze vom Deutschen Kinderschutzbund, die für den DFB Ansprechpartnerin ist, hält die Idee Rörigs für richtig: „Sportler sind für viele Kinder Idole. Wenn diese das Thema besetzen würden, hätte das Signalwirkung.“ (Spiegel, März17)

Unter folgender Adresse kannst du Infos, Empfehlungen, Broschüren, Mustervorlagen und Merkblätter runterladen: http://www.dfb.de

Die FEG.ch hat Richtlinien herausgegeben. Bestell-Link: fegjugend.ch

Das BESJ hat ebenfalls eine Internetseite zum Thema: besj.ch

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