Selbst das linke Boulevare-Blatt 20Minuten schreibt dazu: „Jetzt hat die Aids-Kampagne des Bundes ihren vorläufigen Höhepunkt erreicht. Wie will das BAG dies das nächste Mal toppen?“ Diese Frage muss man sich tatsächlich stellen. Wie kann dieser Softporno noch getoppt werden? Insgesamt sind die AIDS-Kampagnen ja leider permanent von einer gewissen Erfolglosigkeit geprägt. 

Aktuelle AIDS-Kampagne des BAG (Bundesamt für Gesundheit).

 

Geschichtlich und weltweit wesentlich erfolgreicher war eine ganz andere Kampagne. Sie kam mit nur vier Worten aus und war damit auch die absolut günstigste Aktion: „Du sollst nicht ehebrechen (tatsächlich wird sie im Originaldokument ohne Ausrufezeichen geschrieben). Vielleicht ist es auch die Ironie dieser Geschichte, dass dieselbe Linke schon länger den Blödsinn behauptet, dass nicht ausgelebter Trieb absolut schädlich sei. Dem widerspreche ich. Sofern dies als freie Entscheidung geschieht, ist das ganz und gar nicht schädlich!

Anmerkung zu Trieb: „Aber all diese Beispiele zeigen, dass eben nicht jede Art von triebhaftem Zielgerichtetsein als ’natürlich‘ bezeichnet werden kann. Menschen sind Triebwesen wie alle Lebewesen. Aber sie sind nicht nur Triebwesen. Aristoteles schreibt, dass das menschliche Handeln zwei Komponenten impliziert: ‚Orexis‘, also das triebhafte Begehren, und ‚Logos‘, das ist die Fähigkeit, das subjektive Triebziel objektiv dem Maßstab der Vernunft anzueignen oder aber zu korrigieren. ‚Orexis‘ schafft einen offensichtlichen und ersten Grund, etwas Bestimmtes zu tun. Der Logos entscheidet über den Stellenwert dieses ursprünglichen Grundes. Hunger ist ein ausreichend ursprünglicher Grund, um zu essen. Es kann aber sein, dass der Arzt mir verboten hat, in den nächsten 24 Stunden zu essen. Oder es ist Fastenzeit. Lauter Gründe, diesen ursprünglichen Grund herabzustufen. Menschen werden nicht blind vom Trieb gesteuert, sondern sie interpretieren den Trieb.“ (aus: Robert Spaemann, Die Welt, Nähe und Ferne, 25.01.2013)

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